Der Klimagipfel in Bonn – Die Weichen sind gestellt

Der diesjährige Klimagipfel war nicht ganz so spektakulär wie das letzte Treffen in Paris. Dennoch wurden wichtige Weichen für den Weltklimavertrag beschlossen bzw. die Ziele und Regelungen werden bis zum nächsten Treffen in Polen vorbereitet, sodass der Vertrag dann rechtkräftig umgesetzt werden kann. In Bonn wurde also eine Art Anleitung für die Umsetzung des Vertrages erarbeitet.

Außerdem ist es wichtig zu erwähnen, dass sich kein Land – außer die USA – gegen den Vertrag stellt. Allerdings gilt dies auch nicht für alle Bundesstaaten der USA. In Bonn wurden zahlreiche Verfechter des Klimaschutzes und des Klimavertrages begrüßt, wodurch klar wurde, dass die Meinung von Präsident Trump nicht die Meinung aller Politiker dort ist – das ist eine große Chance.

Wie auf jeder Klimakonferenz gab es auch in diesem Jahr wieder Streit um die Klimahilfen – also um die finanzielle Unterstützung der Industrieländer für die Entwicklungsländer. Die Industrieländer haben sich verpflichtet ab dem Jahr 2020 insgesamt 100 Milliarden Dollar für die ärmeren Länder bereitzustellen. Die Entwicklungsländer versuchen die Zweiteilung der Welt in Industrie- und Entwicklungsländer beizubehalten und fordern langjährige Finanzierungspläne und –verpflichtungen für die Klimamaßnahmen in den Entwicklungsländern. Sie drohen sogar damit, die Konferenz scheitern zu lassen, wenn die Industrieländer keine verbindlichen Zugeständnisse formulieren.

Ein wichtiger Schritt nach vorn ist ebenfalls das Eingeständnis, dass die CO2-Emissionen bis 2050 auf NULL heruntergefahren werden müssen – wenn das vereinbarte 2°C-Ziel erfüllt werden soll. Konsens ist ebenfalls, dass die bisherigen Ziele und Maßnahmen der Länder dafür nicht ausreichend sind. Wie groß die Differenz zwischen den derzeitigen Anstrengungen und dem gesetzten Ziel ist, wird im kommenden Jahr eruiert („Talanoa-Dialog“).

Es wurde beschlossen, dass die Einhaltung der Klimaziele der Industriestaaten kontrolliert wird. Dazu wird in den kommenden Jahren eine Bestandsaufnahmen gemacht.

Bisher haben sich 170 Staaten mit dem Pariser-Abkommen dazu verpflichtet ihre klimaschädlichen Emissionen herunterzufahren. Die Pläne reichen allerdings nur bis zum Jahr 2030. Lediglich Deutschland sowie sechs weitere Staaten, darunter Mexiko und Kanada haben langfristige Strategien bis 2050 erarbeitet.

Weitere wichtige Themen waren die Stärkung der indigenen Völker, die Gleichstellung zwischen Mann und Frau, die Arbeiten in der Landwirtschaft sowie der Kohleausstieg.

Im nächsten Jahr wird die Konferenz in Polen stattfinden. Hier soll dann das verbindliche Klima-Abkommen in Kraft gesetzt werden.

 

Sie haben Fragen? Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme

Vielen Dank für Ihre Nachricht. Wir werden uns schnellstmöglich bei Ihnen melden.